Die Abdeckungskarten der vier Netzbetreiber
Jeder Netzbetreiber veröffentlicht eine interaktive Karte, in die sich jede Adresse eingeben lässt. Dort wählt man den Filter 5G (teils zusätzlich 5G+ für Standalone) und liest die prognostizierte Versorgung ab:
- Telekom Netzausbau-Karte: unterscheidet 5G und 5G+ und zeigt geplante Standorte.
- Vodafone Netzabdeckung: Filter für GSM, LTE und 5G, inklusive Störungsanzeige.
- O2 Netzabdeckung: Karte mit 5G Layer und Verfügbarkeitsprüfung per Adresse.
- 1&1 zeigt die Versorgung des eigenen Netzes plus National Roaming direkt im Bestellprozess und im Kundenbereich an.
Wichtig bei allen vier: Die Karten sind Funknetzplanungen, keine Garantien. Sie rechnen mit Geländemodellen und typischen Empfangsbedingungen im Freien. Für die Frage, ob 5G auch durch die eigene Wohnzimmerwand kommt, liefern sie nur einen Anhaltspunkt.
Die Funklochkarte der Bundesnetzagentur: alle Netze auf einen Blick
Wer die vier Anbieterkarten nicht einzeln abklappern will, nutzt das Gigabitgrundbuch der Bundesnetzagentur. Der Mobilfunk-Monitoring-Layer zeigt die gemeldete Versorgung aller Netzbetreiber nach Technologie (2G, 4G, 5G) in einem gemeinsamen Kartenbild, ergänzt um tatsächlich gemessene Funklöcher aus der Funkloch-App der Behörde. Das macht die Karte zum besten Startpunkt für den Anbietervergleich an einer konkreten Adresse: Man sieht sofort, welches Netz vor Ort die dichteste 5G Versorgung meldet, bevor man sich in die Detailkarte des Favoriten vertieft.
Die Behördenkarte hat einen zweiten Nutzen: Sie dokumentiert die Versorgungsauflagen. Wo ein weißer Fleck bleibt, lässt sich nachvollziehen, ob es sich um ein bekanntes, gemeldetes Funkloch handelt, und eigene Messungen können per App beigesteuert werden.
Karten richtig lesen: die DSS-Falle und andere Feinheiten
Die häufigste Fehldeutung: 5G Einfärbung mit schnellem 5G gleichzusetzen. Große Teile der eingefärbten Fläche werden über niedrige Frequenzen oder Dynamic Spectrum Sharing versorgt, das kaum schneller als gutes LTE ist. Das schnelle 3,6-GHz-Band funkt vor allem in Städten und wird nicht von jeder Karte separat ausgewiesen; bei der Telekom hilft der 5G+ Filter als Näherung, bei anderen Anbietern bleibt nur die Messung. Was realistisch an Datenrate zu erwarten ist, schlüsselt der Beitrag 5G Geschwindigkeit nach Band auf.
Zweite Feinheit: der Unterschied zwischen Bevölkerungs- und Flächenabdeckung. Die beworbenen 98 Prozent beziehen sich auf Wohnorte, nicht auf Quadratkilometer. Entlang von Bahnstrecken, in Wäldern und auf Landstraßen ist die Versorgung dünner, als die Prozentzahl suggeriert. Und drittens: Die Karten altern. Nach Standort-Umbauten oder Abschaltungen hinkt die Darstellung der Realität teils Wochen hinterher.
Selbst messen: die Verfügbarkeit vor Ort verifizieren
Die Karte prognostiziert, die Messung entscheidet. Wer es genau wissen will, misst mit einer Speedtest-App an den Orten, an denen das Netz gebraucht wird: Wohnzimmer, Arbeitszimmer, Fensterplatz, jeweils mehrfach und zu verschiedenen Tageszeiten. Das Handy zeigt zusätzlich in der Statusleiste, ob es in einer 5G Zelle eingebucht ist. Ein Wert deutlich über 200 Mbit/s deutet auf das 3,6-GHz-Band hin, Werte um 50 bis 100 Mbit/s trotz 5G Symbol auf DSS oder das 700-MHz-Band.
Für den Anbieterwechsel gibt es einen bewährten Trick: eine Prepaid-Karte des Wunschnetzes für wenige Euro, zwei Wochen im Alltag mitlaufen lassen, dann entscheiden. Das schlägt jede Karte und jeden Testbericht, weil es die eigene Wohnung, den eigenen Arbeitsweg und das eigene Gerät abbildet. Ob das Gerät selbst limitiert, klärt der 5G Smartphone Test; ob der Tarif 5G überhaupt enthält, der Beitrag 5G Tarife.
Kein 5G Empfang: die Checkliste
Zeigt das Handy trotz eingefärbter Karte kein 5G, arbeitet man die Kette von innen nach außen ab. Erstens der Tarif: Ist 5G freigeschaltet? Gerade Discounter-Tarife lassen es teils weg. Zweitens das Gerät: Unterstützt es die deutschen Bänder, und steht der Netzmodus in den Einstellungen auf 5G (automatisch)? Drittens der Standort: ein Test am Fenster oder im Freien trennt Gebäudedämpfung von echter Unterversorgung. Viertens die Zelle: Nach Störungen hilft der Flugmodus-Neustart, der das Gerät zwingt, sich neu einzubuchen. Bleibt es beim Funkloch, ist die Meldung an die Bundesnetzagentur der konstruktive Abschluss, und die Grundlagen, warum Bänder und Architektur über den Empfang entscheiden, stehen unter Was ist 5G.
Häufig gestellte Fragen zur 5G Verfügbarkeit
Wie prüfe ich, ob es an meiner Adresse 5G gibt?
Adresse in die Abdeckungskarte des eigenen Anbieters eingeben, den 5G Filter aktivieren und zusätzlich einen Blick in die Funklochkarte der Bundesnetzagentur werfen, die alle Netze in einem Kartenbild zeigt. Für ein belastbares Ergebnis anschließend vor Ort mit einer Speedtest-App nachmessen.
Welcher Anbieter hat die beste 5G Abdeckung?
Bei der reinen Bevölkerungsabdeckung liegen Telekom und O2 mit jeweils rund 98 Prozent gleichauf, Vodafone folgt mit über 90 Prozent, 1&1 baut sein eigenes Netz noch auf und roamt außerhalb bei Vodafone. In den Verbindungstests der Fachpresse führt die Telekom, weil dort auch Datenrate und Stabilität zählen. Lokal kann die Rangfolge anders aussehen.
Warum zeigt die Karte 5G, aber mein Handy nicht?
Drei übliche Ursachen: Der Tarif hat kein 5G freigeschaltet, das Gerät unterstützt die genutzten Bänder nicht, oder die Karte zeigt Outdoor-Versorgung, während man drinnen hinter dämpfendem Mauerwerk sitzt. Die Prüfreihenfolge lautet Tarif, Geräteeinstellungen, Standortwechsel ans Fenster.
Was bedeutet Outdoor- und Indoor-Versorgung auf den Karten?
Die Karten prognostizieren die Feldstärke im Freien. Innenräume dämpfen das Signal je nach Bausubstanz erheblich, moderne Wärmeschutzverglasung und Stahlbeton besonders stark. Eine Adresse kann draußen versorgt und drinnen praktisch funklos sein; verlässlich klärt das nur eine Messung in der Wohnung.
Ist die 5G Anzeige auf der Karte gleich schnelles 5G?
Nein. Viele Karten färben auch Flächen ein, die nur 5G über niedrige Frequenzen oder Dynamic Spectrum Sharing erhalten, mit Datenraten auf LTE-Niveau. Das schnelle 3,6-GHz-Band weisen nicht alle Anbieter separat aus. Was die Bänder leisten, erklärt der Beitrag 5G Frequenzen.
Kann ich ein Funkloch melden?
Ja, über die Funkloch-App beziehungsweise das Meldeformular der Bundesnetzagentur. Die Meldungen fließen in die öffentliche Karte ein und dokumentieren Versorgungslücken gegenüber den Ausbauauflagen der Netzbetreiber.
Wie aussagekräftig sind die Angaben der Anbieter?
Als Planungsprognosen sind sie brauchbar, aber optimistisch gerechnet und nicht adressscharf garantiert. Die Bundesnetzagentur prüft die gemeldeten Daten stichprobenartig nach. Wer eine Kaufentscheidung von der Versorgung abhängig macht, testet vorher mit einer Prepaid-Karte des Wunschnetzes.
Ändert sich die 5G Verfügbarkeit noch?
Laufend. Die Netzbetreiber verdichten vor allem das 3,6-GHz-Band und rüsten bestehende LTE-Standorte auf 5G um. Eine Adresse, die heute unversorgt ist, kann in wenigen Monaten versorgt sein; ein erneuter Kartencheck pro Quartal lohnt sich in Randlagen.
Fazit
Die 5G Verfügbarkeit zu prüfen kostet drei Werkzeuge und zehn Minuten: die Anbieterkarte für die Prognose, die Funklochkarte für den netzübergreifenden Vergleich, die eigene Messung für die Wahrheit. Wer zusätzlich die DSS-Falle kennt und Bevölkerungs- nicht mit Flächenabdeckung verwechselt, liest die Karten realistischer als die Werbung sie malt. Den Gesamtstand des Ausbaus dokumentiert fortlaufend die 5G Übersicht dieses Verzeichnisses.